Aktuelles aus den Solarstiftungsprojekten

Stand Januar 2018

Projekt „Leise und sauber – Brennstoffzellenanwendungen für die E-Mobilität

Vor ein paar Tagen präsentierten die Projektpartner von „Leise und sauber – Brennstoffzellenanwendungen für die E-Mobilität“ im Rahmen der Hochschulvortragsreihe 2017/18 von VDE, VDI, Hochschule Ulm und Uni Ulm den aktuellen Stand. Die Präsentation können Sie hier einsehen.

Projekt „Moderne Heizsysteme im Neubau – AxIOME_BAR“

Das erste halbe Jahr im Projekt AxIOME_BAR stand ganz im Zeichen des Klimawandels und der Erhebung von Daten aus den untersuchten Gebäuden in der Region: In einem ersten Schritt wurde untersucht, wie sich das Wetter als Folge des Klimawandels in der Region Ulm ändern kann. Dabei wurde insbesondere auf die Temperatur und die solare Einstrahlung geachtet, da diese einen großen Einfluss auf Gebäude haben können. Dabei zeigt sich im schlimmsten Fall, also ein Verfehlen des 2°C-Ziels, dass sich mittlere Tagestemperaturen von bis zu 35°C einstellen können. Dies bedeutet wiederherum mögliche Spitzentemperaturen am Tag von 40°C oder mehr. Gleichzeitig werden die Winter milder, sodass der Heizwärmebedarf zurückgeht. Es kann jedoch angenommen werden, dass es eine Zunahme an Kühlgeräten geben wird. Zusätzlich wurden auch spezifische Fragen zum Klimawandel aus der Heizungs- und Energiewirtschaft beantwortet. Die Ergebnisse stehen als Bericht auf der Homepage des Projekthaus Ulm zur freien Verfügung.

Parallel zu diesen Ergebnissen werden derzeit verschiedene mit Luftwärmepumpen ausgestattete Gebäude für einen Vergleich gemessen und beobachtet. Ziel ist es, den Wert der Optimierungsmaßnahmen in eingesparter Energie und damit in Kosteneinsparungen zu benennen. Schon während der Messkampagne zeigen sich die Einflüsse durch die unterschiedlichen Bewohner und ihr Verhalten sowie Unterschiede in den Messkonzepten der verschiedenen Gerätehersteller.

In der folgenden Projektperiode wird simulativ die Kombination einer PV-Anlage und einer Luftwärmepumpe im Bestand untersucht. Als Referenz dient ein Gebäude aus dem Jahr 1990, das derzeit mit einer Ölheizung ausgestattet ist. Die Analyse des Heizkostenvergleichs aus dem vorausgegangenen Projekt NETCHEK-PV wird ebenfalls ergänzt. Aus den gesamten Projektergebnissen werden Informationsbroschüren und Schulungsmaterialen erarbeitet.

Projekt „Quartierspeicher

Dank sinkender EEG-Förderungen und steigender Stromkosten suchen Prosumer (= Energie-Produzent und Energie-Nutzer) mit den aktuellen Spielregeln des Energiemarkts nach Möglichkeiten, einen hohen Anteil ihres Energiebedarfs durch die eigene Solarstromanlage zu decken. Als Alternative zu lokalen Batteriespeichern, die noch relativ teuer sind, erarbeiten derzeit Wissenschaftler der Hochschule Ulm zusammen mit der SWU das Projekt „Quartierspeicher“. Prosumer erhalten damit einen einfachen Zugang zu einem flexiblen Speichervolumen und können dort die Energieüberschüsse ihrer Solarstromanlagen „zwischenlagern“ und in Zeiten ohne Sonnenschein wieder nutzen.

Erste Befragungen von Prosumern und Konsumenten in zwei Ulmer Stadtgebieten ergaben, dass die hohen Kosten eines Heimspeichers derzeit oft noch gegen eine Anschaffung sprechen. In Zusammenarbeit mit der SWU wird nun erprobt, wie Quartierspeicher als Alternative oder Ergänzung verwendet werden können und welche Nutzen für das „Quartier“ insgesamt, also auch für Bürger ohne eigene Solarstromanlage, erreicht werden können.

Parallel zu der Ausarbeitung von Geschäftsmodellen für einen „Cloud-Speicher“ mit rein bilanzieller Abrechnung und einem Quartierspeicher mit physikalischer Aufbewahrung von Überschüssen – wie in einer Strombank – wird derzeit auch der Nutzen für das Verteilnetz im Testgebiet analysiert. Durch Simulation des Verbrauchs und der potenziellen Einspeisung in den Testgebieten wurden erste Berechnungen durchgeführt, welche wirtschaftlichen und technischen Möglichkeiten schon heute erreicht werden können. Eine Optimierung  der Auslegung und des Standorts des Speichers anhand der errechneten Daten soll aufzeigen wie  der Speicher auch zur Netzstabilität heute und in Zukunft beitragen kann, wenn zum Beispiel die E-Mobilität im Stadtgebiet ausgebaut werden soll.

Eine frühe Einbeziehung der Bürger, detaillierte Planung der Anforderungen an Infrastruktur, Software und Sicherheit sowie die Energieflussrechnungen des Testgebiets bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Entwicklung und Erprobung von Quartierspeichern in Ulm.