Bauen mit Mehrwert

unw-Mitglied Scheplast zum IHK-Magazin-Titelthema Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Gewerbebau

Wirtschaftlichkeit und Ethik Hand in Hand

Das sieht Jens Schenk genauso. Der Geschäftsführer des Kunststoffverarbeiters Scheplast GmbH aus Schwendi-Hörenhausen hatte 2010 neue Hallen gebaut. „Nach dem Stand der Technik“, sagt Schenk, da unterscheide man sich nicht viel von anderen. Interessanter sei dagegen das Innenleben. Über eine Betonkernaktivierung der 30 Zentimeter dicken Böden werde die Abwärme der Spritzgussmaschinen von bis zu 90 Grad in Büros und Lager umgeleitet. Der gewaltige Strombedarf der Maschinen von fast 1,4 Millionen Kilowattstunden im Jahr wird zum Teil über die eigene Photovoltaikanlage mit 500 Kilowatt Peak gedeckt. Etwa die Hälfte der Ausbeute könne man selber nutzen, sagt Schenk.

Für den Firmenchef sind Energieeffizienz und Nachhaltigkeit aber nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ethische Grundsätze. Er engagiert sich im Bundesarbeitskreis Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) und im Ulmer Initiativkreis nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Den zertifizierten Strom aus Wasserkraft lässt er sich einen fünfstelligen Betrag im Jahr extra kosten – „auf die Kunden kann ich das nicht abwälzen“. Die Kunststoffabfälle aus der Produktion werden dank innovativer Maschinen zu 90 Prozent unmittelbar wiederverwertet. Und Schenk ist offen für Biokunststoffe, etwa aus Rizinus- oder Sonnenblumenöl, die bislang aber keine 5 Prozent ausmachen. Ihm ist bewusst, dass Kunststoff immer mehr zum Problemstoff wird. „Wir mögen keine Plastiktüten“, stellt der Firmenchef klar, „sondern konzentrieren uns auf technische Anwendungen, bei denen Kunststoffe das überlegene Material sind.“

Zum ganzheitlichen Ansatz gehört ein weiterer Aspekt, den wenige auf dem Schirm haben dürften: das Betriebsgelände. Gemeinsam mit dem Umweltverein BUND wurde auf dem 1,5 Hektar großen Gelände eine Blumenwiese angelegt – als Nahrung für die eigenen Bienenvölker. Hier weiden auch 140 Schafe eines Wanderschäfers, es gibt eine Streuobstwiese, und aus dem vorgeschriebenen Sickerteich fürs Regenwasser hat man ein Biotop für Enten gemacht.

Quelle: Die Wirtschaft zwischen Alb und Bodensee, Ausgabe 9/201, S. 15

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