Quartierspeicher

Planung, Aufbau und Pilotbetrieb der Quartierspeicher unter Einbezug von Bürgern; Analyse und Bewertung der Messwerte sowie Ergebnispräsentationen. Erprobung von 3 unterschiedlichen Ausprägungen: Cloudspeicher (rein bilanziell, d.h. ohne physikalische Speicherung), Quartierspeicher (mit physikalischer Speicherung im Quartier im öffentlichen Verteilnetz) und Areal-Speicher (Kundenanlage mit mehreren Besitzern und Gebäuden – Realisierung vorauss. außerhalb der Projektlaufzeit).

Antragsteller

Hochschule Ulm, Institut für Energie- und Antriebstechnik, Prof. Heilscher

Ziel

Untersuchung von Chancen und Herausforderungen der Integration von Quartierspeichern für die Energiewende in Ulm als Alternative zu Heimspeichern.

Kooperationspartner

  • SWU
  • Stadt Ulm

Laufzeit

2017 – 2019

aktueller Stand

Viele Jahre stand bei der privaten Investition in Solarstromanlagen die finanzielle Rendite durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz im Vordergrund. Sinkende EEG-Förderungen machten es in den letzten Jahren aber wirtschaftlich interessanter, den Strom selber zu nutzen, als ihn einzuspeisen. Deshalb suchen Prosumer (= Energie-Produzent und Energie-Nutzer) nach Möglichkeiten, einen hohen Anteil ihres Energiebedarfs durch die eigene Solarstromanlage zu decken. Batteriespeicher bieten dabei eine Lösung, denn sie ermöglichen unter anderem die Nutzung der eigenen Sonnenenergie auch in der Nacht und damit ein hohes Maß an Unabhängigkeit von steigenden Marktpreisen.

Diese Heimspeicher sind allerdings relativ teuer und können kaum an sich ändernde Bedürfnisse angepasst werden. Batteriespeicher, die von einer Vielzahl von Prosumern z.B. in einer Nachbarschaft gleichzeitig genutzt werden, sind im Vergleich zu Heimspeichern volkswirtschaftlich deutlich vorteilhafter und überzeugen durch ihre Fähigkeit, Änderungen im Last- oder Erzeugungsprofil in den angeschlossenen Haushalten in der Summe ausgleichen und einen flexiblen Zugang zu Speichervolumen zu bieten.

In Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm wird nun auf dieser Grundlage das Projekt „Quartierspeicher“ im Stadtgebiet Ulm durchgeführt. Es soll erprobt und analysiert werden, wie Quartierspeicher als Alternative oder Ergänzung für Heimspeicher verwendet werden können, wie Bürger ohne eigene PV-Anlage Nutzen tragen, durch welche Maßnahmen die Speicher den effizienten Betrieb des Verteilnetzes unterstützen und auch, welche Synergieeffekte auf die Wirtschaftlichkeit und Netzstabilität z.B. eine Anbindung der Speicher an die Straßenbahn oder Schnellladesäulen bringen könnte.

In 3 Ansätzen werden ein „Cloud-Speicher“-Modell mit rein bilanzieller Abrechnung, ein Quartierspeicher mit physikalischer Aufbewahrung von Überschüssen (wie in einer Strombank) untersucht und implementiert sowie ein Areal-Speicher für ein Neubaugebiet konzipiert.

Derzeit werden die Bürger durch Befragungen einbezogen, um die Ideenentwicklung und weitere Gestaltung des Geschäftsmodelles zu formen. Energieflussrechnungen werden die Grundlage für die Auslegung der Speicherkonzepte bereitstellen, um dann mit der Planung des Aufbaus und der technischen Infrastruktur fortzusetzen.