Plattform Elektromobilität II

Alle am Thema Elektromobilität Interessierten (Automechaniker, -händler, Forscher, (E-)Autofahrer) sollen mit Fachvorträgen, Erfahrungsaustausch und Probefahrten mit Elektrofahrzeugen zusammengebracht werden, um eine solide Wissensbasis zu schaffen.

Antragsteller

WBZU Berufsbildungs- und Technologiezentrum gBgA

Ziel

Dieses Projekt bietet eine Möglichkeit für Ulm, die Anzahl der an Elektromobilität Interessierten stetig wachsen zu lassen, indem deren Berührungsängste abgebaut werden. Durch eine steigende Anzahl von E-Fahrzeugen auf den Straßen sollen auch die CO2-Einsparungen der Region Ulm erhöht werden.

aktueller Stand

Die Plattform Elektromobilität findet nach wie vor großen Anklang. Der Themenabend am 24. April 2018 beschäftigte sich mit „Autohäusern im Wandel“, weshalb wir an diesem Abend im Autohaus Kreisser in Söflingen zu Gast waren. Zunächst berichtete Geschäftsführerin Petra Wieseler von den Erfahrungen rund um die Elektromobilität aus Sicht der Autohändler. Dabei wurde auch auf bestehende Hürden eingegangen, wie etwa den bislang eher schleppend vorangehenden Ausbau der Ladeinfrastruktur, der einen Grundpfeiler darstellt, um die Anzahl elektrisch angetriebener Autos zu erhöhen. Anschließend wurde das Elektromobilitätsförderprogramm des Landes Baden-Württemberg im Detail erläutert. Auch der Nachhaltigkeitsaspekt wurde aufgegriffen: Das Herzstück eines Elektroautos ist die Batterie, die viele wertvolle Metalle und kostbare Rohstoffe enthält. Diese gilt es nach Ende der Lebensdauer, soweit es technisch möglich ist, dem Stoffkreislauf zurückzuführen und wiederzuwerten. Deshalb muss schon bei der Produktentwicklung die Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz berücksichtigt werden – eine sogenannte recyclinggerechte Konstruktion. Dass dies nicht ganz einfach ist und auch die Möglichkeiten der Zweitnutzung (Second Life) begrenzt sind, erläuterte Dr. Klaus Brand in seinem sehr spannenden Fachvortrag. Der Abend fand mit angeregten Gesprächen und fachlichem Austausch seinen Ausklang.

Der Plattform-Abend am 12. Juli 2018 hatte den Fokus auf der Rolle von Wasserstoff als Treibstoff. Bislang hat man sich in Deutschland auf die Batterietechnik fokussiert, Wasserstoff ist jedoch eine nicht zu unterschätzende Alternative, die jahrelang vernachlässigt wurde. Denn gerade bei Zukunftstechnologien wie der Elektromobilität ist es nicht ratsam, sich nur auf eine Technik zu konzentrieren, zumal die Batterieherstellung in Asien beheimatet ist und dadurch auf Dauer (langfristige) Abhängigkeiten geschaffen werden. Daher drehte sich an diesem Abend alles um die unverzichtbare Alternative zu den leistungs- und in der Reichweite beschränkten Elektrofahrzeugen. Zunächst wurde der Energieträger Wasserstoff mit all seinen Eigenschaften und wissenswerten Fakten von Dipl.-Ing. Peter Pioch, technischer Leiter des WBZU, vorgestellt. Danach ging Dr. Michael Specht vom Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff- Forschung (ZSW) Stuttgart auf die verschiedenen Möglichkeiten und den aktuellen Forschungsstand zur Herstellung strombasierter Kraftstoffe ein, zu der auch Wasserstoff zählt. Dr. Geert Tjarks von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) beschäftigt sich intensiv mit der Thematik und gab einen Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen der Rolle von Wasserstoff in der Mobilität. Momentan sind in Deutschland nur 429 Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb angemeldet. Um dies zu ändern, wurde das Gemeinschaftsunternehmen H2 Mobility gegründet, welches den Ausbau der Wasserstoff-Tankstellen forciert. Dies war auch DAS Highlight der Veranstaltung: Die Besichtigung der direkt gegenüberliegenden Wasserstoff-Tankstelle des ZSW, an der die Betankung eines Wasserstoff-Fahrzeuges demonstriert wurde. Die Teilnehmer waren sehr interessiert und stellten viele Fragen – für uns die Bestätigung, auch zukünftig in regelmäßigen Abständen brandaktuelle Themen rund um die Elektromobilität aufzugreifen. Die nächste Veranstaltung findet voraussichtlich noch in 2018, Anfang Dezember, statt und wird sich näher mit alternativen/neuartigen Mobilitätskonzepten beschäftigen. Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Homepage unter www.wbzu.de.

Die Plattform-Abende beginnen jeweils um 17 Uhr und finden – sofern nicht anders angegeben – im WBZU statt. Um Anmeldung wird gebeten, per E-Mail an info@wbzu.de oder telefonisch unter 0731 17589-0. Die Teilnahme ist kostenlos.