unw strickt am Standort Dietenheim mit

Nachhaltige Transformation der Textilwirtschaft

Am 14. Oktober fand die Ausstellung „Dietenheim zieht an“ zum ersten Mal statt. Sie war Teil des Projekts „Nachhaltige Transformation der Textilwirtschaft am Standort Dietenheim“. Mit ihm wollen die Forscher der Uni Ulm und der Hochschule Reutlingen unter aktiver Einbeziehung der Bevölkerung Lösungen und Wege für die Zukunft erarbeiten, um die gesamte textile Wertschöpfungskette für alle transparent und erfahrbar zu machen. Gefördert wird dieses sogenannte Reallabor vom Land Baden-Württemberg.

Volle Halle. Die erste Messe

Volle Halle. Die erste Messe “Dietenheim zieht an!”, die im Rahmen des Reallabors stattfand, war ein großer Erfolg. Foto: Stefan Loeffler

Der unw-Vorsitzende Martin Müller beantwortete zur Eröffnung die Frage, die ihm in den vergangenen eineinhalb Jahren immer wieder gestellt wurde: „Was ist denn ein Reallabor? Nun die Antwort war nicht leicht und fiel immer etwas abstrakt aus – heute kann ich jedem sagen: Sie stehen mittendrin und sind ein Teil davon.“ Und dies sagte er in einer mit Gästen vollgefüllten Stadthalle. Namhafte regionale und überregionale Textilhersteller präsentierten ihre neuesten Sortimente und Produkte nachhaltig produzierter Textilien sowie neue Vertriebskonzepte aus den Bereichen Mieten und Tauschen.

Bereits im Juli knüpfte das Reallabor mit der Eröffnung eines Nähcafés mit wöchentlichen Workshops und Strickkursen an die angestrebte Neubelebung der Dietenheimer Innenstadt an. „Wir möchten die Bürger und auch neue Mitbürger motivieren, nachhaltige Mode selbst zu produzieren“, erklärte Martin Müller. Neben der Stadt und den beiden Hochschuleinrichtungen beteiligen sich regionale Textilunternehmen, darunter die in Dietenheim ansässige Garnspinnerei Gebrüder Otto, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Handwerks- und Gewerbeverein Dietenheim sowie der Ulmer Initiativkreis nachhaltige Wirtschaftsentwicklung e.V. (unw).

Forschungsprojekt mit Schülern
Bereits im Reallabor durchgeführte empirische Untersuchungen zum Textilkonsum zeigen, dass junge Menschen eine spannende Zielgruppe sind. Sie weisen eine hohe Affinität zu Kleidung auf und beziehen wegen ihres geringen Einkommens aber oft sehr günstige Textilien. Andererseits ist diese Konsumentengruppe sehr offen für neue Konzepte des Tauschens, Leihens oder Leasens. Aus diesem Grund wird die Uni Ulm mit der Friedrich-List-Schule ein gemeinsames Forschungsprojekt durchführen, um diese spezielle Zielgruppe noch besser zu verstehen und dadurch im Reallabor für diese Gruppe spezifische Angebote in Dietenheim zu unterbreiten.