Kommunalexperten bauen Erfahrungen mit klimaneutralen Quartieren aus und geben Wissen weiter

Projekt der Gemeinde Schlier stellt Erfahrungen vor

Freiburg, 01. Oktober 2019 – Die Bewerbungsphase für die klimaneutrale Energieversorgung eines Neubaugebiets der oberschwäbischen Gemeinde Schlier ist abgeschlossen. Nun wählt die Gemeinde aus den 9 Bewerbern einen passenden Kandidaten aus, der 37 Neubauten mit insgesamt 86 Wohneinheiten mit Strom und Wärme versorgen wird. Auf dem 9. Kongress Energieautonome Kommunen am 13. und 14. Februar 2020 in Freiburg werden die Beteiligten ihre Erfahrungen vermitteln.

Für die Energieversorgung des Neubaugebiets wurde ein sektorübergreifendes Konzept entwickelt. Es sieht vor, dass PV-Anlagen auf den Dächern, ein kaltes Nahwärmenetz sowie Batteriespeicher digital vernetzt und intelligent gesteuert werden, um den Energiebedarf zu decken. Dabei sollen auch Ladesäulen mit klimaneutralem Strom versorgt werden.

Echte Klimaneutralität bei weniger Kosten

„Im Gegensatz zu anderen Neubauprojekten, bei denen nur ein Teil der normalen CO2-Emissionen eingespart wird, wollen wir echte Klimaneutralität“, so Bürgermeisterin Katja Liebmann. Das Projekt wird komplett ohne EEG-Vergütung auskommen, sondern stattdessen über das BAFAFörderprogramm Wärmenetze 4.0 mit bis zu 40% der Investitionskosten unterstützt. Dabei werden nicht nur die Bestandteile des Wärmenetzes, sondern auch die PV-Anlagen und sogar Batteriespeicher gefördert.

Unterstützung durch den Gemeinderat

Durch die niedrigen Kosten, eine sorgfältige Planung und vor allem durch das Engagement der Bürgermeisterin sei es gelungen, alle Gemeinderatsmitglieder von dem Projekt zu überzeugen. „Das Beispiel Schlier zeigt, dass eine klimaneutrale Energieversorgung nicht nur technisch möglich, sondern auch günstiger ist als eine fossile Versorgung, wenn man den Mut für gemeinschaftliche Lösungen hat. Damit ist Schlier ein beispielhaftes Modell für viele Kommunen in Deutschland, die Neubaugebiete planen“, so Dr. Harald Schäffler, fachlicher Leiter des Kongresses.

Derzeit stehen viele Kommunen vor der Herausforderung, Neubaugebiete zu planen. Mit ihren Entscheidungen über die Energieversorgung beeinflussen sie die CO2-Emissionen der kommenden Jahrzehnte. Im Rahmen des 9. Kongress Energieautonome Kommunen am 13. und 14. Februar

2020 in Freiburg werden die beteiligten Akteure in einem Praxisforum über ihre Erfahrungen mit dem Projekt sprechen und Praxistipps geben, wie die Vorbereitung eines klimaneutralen Projekts gelingen kann. Neben weiteren Beispielen für klimaneutrale Neubaugebiete stehen integrierte Mobilitätskonzepte und Strategien für die Klimaanpassung im Fokus des Kongresses. Darüber hinaus bietet der Kongress Vorträge und Diskussionsrunden zu den Themen Bauen mit Holz, klimaneutrale Betriebe und Verwaltungen sowie Kommunikationsmodelle für die Einbindung von Akteuren in den kommunalen Klimaschutz.

Das Programm des 9. Kongress Energieautonome Kommunen finden sie hier.

Über den Kongress Energieautonome Kommunen

Der Kongress Energieautonome Kommunen wurde 2011 vom fesa e.V. initiiert und findet 2020 zum neunten Mal statt. Erwartet werden über 200 Fachbesucher aus den Bereichen kommunale Verwaltung, kommunale Energiewirtschaft, Bürgergenossenschaften, Wohnungswirtschaft, Gewerbe und Industrie sowie Energie- und Beratungsdienstleistungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Kongress findet direkt auf der Messe Freiburg parallel zur Fachmesse Gebäude.Energie.Technik (GETEC) statt und wird von den Partnern Solar Promotion GmbH, Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG, fesa e.V. sowie schäffler sinnogy veranstaltet. Schirmherr der Veranstaltung ist das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.

Quelle:   www.energieautonome-kommunen.de