Für Sabine Schwarzenböck ist Kultur Kreativität in reinster Form – und zudem äußerst nachhaltig. Schon aus diesem Grund liegt der Leiterin der städtischen Kulturabteilung ein Gedanke des unw-Gründers Helge Majer sehr nahe.
Für die 47-Jährige ist klar, dassKultur und Kreativität in vielen gesellschaftlichen Herausforderungen als Wegbereiter auftreten können: „Damit können wir auch erreichen, dass sich Menschen mit gesellschaftlich relevanten Themen beschäftigen, die in ihrem Alltag sonst eher keine Rolle spielen.“ So könne man zum Beispiel beim Spielen mit Kindern durch Upcycling aufgewertetes Bastelmaterial verwenden und so das Thema Verantwortung für die Umwelt spielerisch einfließen lassen: „Kultur hat in erster Linie also nicht ausschließlich mit Unterhaltung zu tun, sondern bietet die Möglichkeit in der Gesellschaft nachhaltig geprägte Strukturen und Werte zu vermitteln und zu verankern.“
Auch über den Vorschlag von Helge Majer, die drei Aspekte der Nachhaltigkeit Ökologie, Ökonomie und Soziales durch eine vierte Säule Kultur zu ergänzen, lohnt es sich für sie zu diskutieren: „Hiergibt es eine Reihe von Aspekten, die dafürsprechen. Die Kultur ist wie eine Klammer, die die drei Säulen umschließt, da sie die Pfeiler Ökologie, Ökonomie und Soziales thematisch abdecken kann und muss.“
Ein spannender Ansatz ist für Sabine Schwarzenböck auf jeden Fall der „ökologische Handabdruck“, da er positives Handeln sichtbar mache. Während der „ökologische Fußabdruck“ die negativen Umweltauswirkungen unseres Konsums und Lebensstils messe, achte man, so Schwarzenböck, bei dem Konzept Handabdruck mehr darauf, was bereits schon im positiven Sinne im laufenden Betrieb auf das Konto der Nachhaltigkeit einbezahlt werde: „Man darf dabei ruhig auch von anderen abschauen und überlegen, was man gemeinsam bewegen kann.“
Deshalb freut sie sich auch schon auf die Landesgartenschau 2030: „Ihre Fläche, die sich als grünes Band von der Wilhelmsburg zur Donau ziehen wird, verbindet die Aspekte einer sozialen und umweltfreundlichen Stadt auf sehr attraktive Weise.“

