Hilfe ohne Umwege

Mit seinem Zweirad ist der Physiotherapeut Thomas Kletsch in doppelter Hinsicht nachhaltig unterwegs, und das bis zu 7.000 Kilometer im Jahr.
Vom Eselsberg geht es in die Weststadt, weiter nach Neu-Ulm und zurück in die Ulmer Innenstadt. Sein Lastenrad mit der Aufschrift „Physio bewegt Ulm“ parkt nicht nur vor Privatwohnungen, sondern auch vor Seniorenzentren, Firmengebäuden und manchmal auch vor Hotels, wenn Touristen spontan Hilfe benötigen.
Thomas Kletsch ist immer da, wenn Menschen körperliche Probleme haben, zum Beispiel nach Stürzen oder Operationen. Sein Angebot richtet sich an Privatversicherte und Selbstzahler. Er radelt zu älteren Menschen, Müttern mit Kindern oder zu Berufstätigen ins Büro. Mit seinem Dienstrad ist der 44-Jährige umweltfreundlich unterwegs, und dass eben nicht nur, weil er selbst von Termin zu Termin in die Pedale tritt. „Durch meine Hausbesuche müssen meine Kunden nicht zu einer Praxis fahren und können so ihr Auto stehen lassen“, so der Physiotherapeut, der nicht nur mobil, sondern auch äußerst flexibel ist. Und das ist auch die Idee, die hinter seinem Konzept steckt. Eine Behandlung kann bei ihm – je nach Bedarf – mitunter bis zu einer Stunde dauern: „Für mich ist es wichtig, dass ich genügend Zeit für meine Kunden mitbringe. Bei Hausbesuchen erkennt man sehr schnell, wie die Menschen wohnen und wie Probleme im Alltag entstehen können – und hier setze ich an.“ So wird oftmals auch eine Treppe zum Trainingsgerät oder ein Stuhl zur Übungsfläche. Doch Thomas Kletsch bringt nicht nur Zeit mit, denn auf sein E-Bike kann er locker auch eine klappbare Liege schnallen und im Koffer lassen sich unter anderem Hanteln, Übungsbälle, Schaumstoffmatten und Wackelbretter verstauen. So bepackt legt er in der Woche etwa 150 Kilometer zurück, ohne Umwege und lästige Parkplatzsuche. 7.000 Kilometer sind das im Jahr – für seine Kundschaft und für die Umwelt.
www.physiobewegt-ulm.de

Alles an Bord. Der Physiotherapeut Thomas Kletsch besucht seine Patienten mit einem elektrobetriebenen Lastenrad.
Foto: Stefan Loeffler