Josef Unsöld liebt und schätzt die Welt der Pflanzen, Bäume und Gräser. Aus diesem Grund teilt der 75-Jährige seine Leidenschaft für dieses natürliche Wunderwerk um uns herum sehr gerne mit Kindern. Das ist sehr nachhaltig gedacht, denn äußerst notwendig.
Grün ist anders. Die Bäume und Sträucher im Garten des Generationentreff Ulm/Neu-Ulm haben Anfang Dezember fast alle Blätter verloren. Und auch die Nachbarn sind nicht mehr da. Logisch, im Herbst, wenn die Sonne ihre wärmende Kraft eingebüßt hat, werden üblicherweise die Gartenstühle zusammengeklappt, das Laub gerecht und das Grundstück winterfest gemacht. Bis zum nächsten Frühjahr dann, und tschüss!
Doch Josef Unsöld (Foto) kann man in dem 500 Quadratmeter großen Garten auf dem ehemaligen Gelände der Neu-Ulmer Landesgartenschau auch im Winter treffen. „Der Garten lebt an 365 Tagen im Jahr“, so der 75-Jährige, der seit elf Jahren in Rente ist und seit 2018 die Parzelle für den Generationentreff betreut. Auch in der kalten Jahreszeit gilt es hier Lauch, Rosenkohl und Zuckerhut zu ernten und unter den Mitgliedern zu verteilen. Doch nicht nur das, denn auch die Vögel benötigen Futter. Dafür rührt der gelernte Landmaschinenmechaniker und Kaufmann Sonnenblumenkerne mit Fett an.
Kinder verlieren das Interesse an der Natur
In dem Garten am Efeuweg treffen sich im Frühjahr und Sommer jedoch nicht nur Seniorinnen und Senioren zu geselligen Veranstaltungen, sondern hier tummeln sich auch Grundschüler mit ihren Lehrkräften. Und das ist gut und wichtig. „Ich bin oftmals sehr enttäuscht, wie viele Kinder kein Interesse an der Natur zeigen, viele wissen nicht einmal, was Heu ist“, so Josef Unsöld, der auf einem Bauernhof aufgewachsen ist und seine Leidenschaft für Flora und Fauna sehr gerne weitergibt: „Wenn wir Schüler zu Exkursionen einladen, sollen sie nicht nur die Natur erkunden, sondern sie aktiv mitgestalten.“ Und so lernen die Kleinen unter seiner Obhut zum Beispiel, wie ein Rasenmäher funktioniert oder wie man ein Insektenhotel baut. Gemeinsam pressen sie Traubensaft und beobachten die Entwicklung von Tomaten vom Samen bis zur Ernte. Im kommenden Frühjahr geht es weiter. Josef Unsöld freut sich schon jetzt darauf, wenn er dann wieder möglichst viele wissbegierige Kinderblicke ernten kann. Und natürlich auch darauf, dass der Garten dann wieder grün ist.

