Sechs Sonderbusse, 15 Firmen und 950 Schülerinnen und Schüler. Das Projekt „School meets Donautal“ öffnete zum dritten Mal jungen Menschen den Blick in die vielseitige Berufswelt von Ulms größtem Industriegebiet. Darunter waren auch Mitgliedsunternehmen des unw.
Erst nachdem alle Piercings abgeklebt waren, machten sie sich auf den Weg. Mit Haarnetz und in Schutzanzügen erfuhren Schülerinnen und Schüler, wie man Nüsse sortiert, wiegt und hygienisch verpackt. Der kurze Rundgang durch die Produktionshalle der Seeberger GmbH war wohl für alle ein Eintauchen in eine gänzlich unbekannte Welt. Und das war das Ziel des Projekts „School meets Donautal“, das am Donnerstagvormittag etwa 950 Teilnehmende aus verschiedenen Schulen aus der Stadt und der Region in Ulms größtes Industriegebiet gelockt hat. Insgesamt 15 Firmen öffneten Tür und Tor, um den jungen Menschen Einblicke in ihre Berufsbilder zu geben – in Theorie und Praxis. Die Jugendlichen nahmen bei der vierstündigen Veranstaltung unter anderem am Steuer von Lastwagen Platz, erforschten mit Virtual-Reality-Brillen die Arbeit in Lagerbetrieben, ließen sich mit einem Feuerwehrkran in luftige Höhe hieven oder übten sich in einem Geschicklichkeitsparcours mit Mini-Gabelstaplern, den Fabian Heit aufgebaut hat. Der Mitarbeiter der Uzin Utz SE, der sich derzeit zur Fachkraft für Lagerlogistik ausbilden lässt, gab sein Wissen gerne an die einzelnen Schülergruppen weiter, die mit insgesamt sechs SWU-Sonderbussen zu den Betrieben gebracht wurden. Neben der vielseitigen Tätigkeit schätzt er vor allem den Umgang in der Belegschaft: „Die Teamarbeit macht am meisten Spaß“, so der Auszubildende. Gute Unterhaltung hatten auch Ecrin, Hisnagül, Mara und Anesa von der Elly-Heuss-Realschule. Obwohl sie alle noch nicht so recht wissen, welchen Beruf sie später einmal ergreifen möchten, genossen sie das Programm sichtlich, Mara: „Wir hatten Angst, dass es etwas langweilig sein könnte, doch wurden wir durch die vielseitigen Angebote und Informationen nicht enttäuscht.“
Für alle Schülerinnen und Schüler, die in den kommenden zwei Jahren ihren Schulabschluss erwerben und an einer dualen Berufsausbildung interessiert sind, gab es Einblicke in die Berufsfelder „Bau, Logistik und Verkehr“, „Elektronik, Mechanik, IT“, „Labor, Produktion, Technik“, „Kaufmännischer Bereich“ sowie „Duale Studiengänge“.
Mitgemacht haben die Firmen: Franz Scheuerle Ulm, Gardena – Husqvarna Group, Geiger & Schüle Bau, Heim Bau, Iveco Deutschland AG, Noerpel SE, Reinraumtechnik Ulm,
SHU Schwäbische Härtetechnik Ulm, Seeberger, SWU, teva, Ulmer Fleisch, Uzin Utz,
Wieland Werke AG, Winkler Fahrzeugteile & Logistik.
Zukunft entsteht durch Begegnung
Für Martin Ansbacher stand die Veranstaltung für das, was die Stadt ausmacht: die enge Verbindung von Bildung, Innovation und wirtschaftlicher Stärke. „Das Donautal ist ein bedeutender Industriestandort, an dem Ideen entstehen, weiterentwickelt und in die Praxis umgesetzt werden“, so Ulms Oberbürgermeister bei der Auftaktveranstaltung in der Seeberger Genusswelt. Zeitgleich seien die Schulen die Orte, an denen Neugier geweckt und Talente entdeckt würden. Martin Ansbacher: „Das Projekt bringt genau diese Welten zusammen, denn Zukunft entsteht durch Begegnung. Wir müssen als Stadt nicht nur in die Infrastruktur, sondern auch in die Bildung von Menschen investieren.“
Julian Utz sagte als Vertreter der Initiative „Donautal Connect“, die das Event in Kooperation mit der Agentur für Arbeit Ulm und der Industrie- und Handelskammer Ulm auf die Beine gestellt hat: „Wir sind dankbar für das Projekt, denn junge Menschen sichern unseren Unternehmen die Zukunft.“
Beide Seiten profitieren
Für Petra Engstler-Karrasch war der Aktionstag eine gute Gelegenheit, um der Orientierungslosigkeit vieler Jugendlicher zu begegnen. „Mit diesem Projekt können wir all diejenigen unterstützen, die noch keine eigenen Ideen haben und selbst noch nicht aktiv auf der Suche sind“, so die Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Ulm. So sah das auch Dr. Thorsten Denkmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm: „Von diesem Rundum-Sorglospaket profitieren nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch die händeringend nach Fachkräften suchenden Betriebe, die an diesem bundesweit einzigartigen Tag ihre Türen öffnen und jede Menge Sternenstaub verteilen konnten.“

