Leise und sauber: Brennstoffzellen für kommunale Anwendungen

Ermittlung des mobilen u. stationären Leistungsbedarfs für die konkrete Anwendung im Botan. Garten Ulm durch Beschaffung eines batteriebetriebenes Geländefahrzeugs, Ausstattung mit Energiedatenerfassung u. Betrieb über eine Saison im Botanischen Garten. Dazu erfolgt der Bau einer Versorgungsbox für stationäre Anforderungen (elektr. Handgeräte, Stromversorgung von Veranstaltungen, …), die auf Batteriekapazität des Fahrzeugs zugreift. Test des E-Fahrzeugs auch im Betrieb der städtischen Dienste Ulm/Neu-Ulm. Es erfolgen vielfältige Demonstrationen der Technologie in der Öffentlichkeit. Aus den gewonnenen Daten wird ein Konzept für die Umsetzung einer brennstoffzellenbasierten Energieversorgung erstellt.

Antragsteller

Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) Ulm

Ziel

Entwicklung eines emissionsfreien Konzepts für die brennstoffzellengestützte Energieversorgung im Gartenbau und für andere Anwendungen im Bereich der Kleintraktion mit Anpassung auf den realen Energiebedarf.

Kooperationspartner

– Hochschule Ulm
– Botanischer Garten der Universität Ulm

– Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung B.-W.

Laufzeit

2016-2017

Aktueller Stand

Im Gemeinschaftsprojekt von ZSW, Universität Ulm und Hochschule Ulm wurde mit Mitteln der Solarstiftung Ulm/Neu-Ulm und Unterstützung der Universität Ulm ein geländegängiger, batterieelektrisch angetriebener Kleintransporter beschafft, um eine Datenbasis für die Auslegung von Brennstoffzellen-Batterie-Hybridantrieben im Bereich der kommunalen Kleintraktion zu schaffen. Das Fahrzeug wurde im Projektverlauf mit einer Datenerfassung und einem Wechselrichter ausgestattet, der für den Einsatz von herkömmlichen Werkzeugen vor Ort Netzspannung von 230V lieferte. Ab Herbst 2016 befand sich das Fahrzeug im täglichen, realen Einsatz im Botanischen Garten Ulm und lieferte Daten zur Nutzung, Batteriekapazität, Stromverbrauch und vielem mehr. Die Reichweite reichte für einige Teil-Arbeitsgänge des Botanischen Gartens durchaus aus und das E-Fahrzeug wurde im besucherintensiven Alltagsbetrieb durchaus positiv (vor allem wegen geringer Geräusch- und keiner Abgasemissionen) wahrgenommen. Darüber hinaus wurde es durch verschiedene Veranstaltungen, Ausstellungen und Präsentationen der Öffentlichkeit präsentiert und die Akzeptanz der Technologie gesteigert. Auch beim Ulmer Klimaschutz-Aktionstag am 8. Juni 2018 war das Fahrzeug präsent und stellte Strom für den benachbarten Stand zur Verfügung.

Die erfassten Daten wurden gesichtet, auswertet und Kenngrößen ermittelt, um eine möglichst fundierte Auslegung von Wasserstoffspeicher, Brennstoffzellenstapel und Peripheriekomponenten wie Ventilen, Kühlung und Verdichter zu ermöglichen. Ein Test auf dem Rollenprüfstand der Hochschule Ulm lieferte, weltweit für diese Anwendung bisher einmalig, zusätzliche Informationen über die Anforderungen im Betrieb mit einem angepassten normierten Fahrzyklus. Entsprechend dieser Kenngrößen wurde ein Brennstoffzellen-Batteriehybrid-System für die Energieversorgung ausgelegt, um genügend Leistung und Reichweite bei gleichzeitigschneller Betankungszeit vorhalten zu können.

Das Ziel bleibt, bei entsprechendem Interesse von Herstellerseite das Konzept in ein kommerzielles Produkt – auch auf anderen Anwendungsgebieten wie Flurförderfahrzeugen – zu überführen. Hierbei sollten auch regionale Unternehmen als Zulieferer beteiligt werden und profitieren. Ein solcher Schritt würde den Ruf der Region als Innovationsmotor im Bereich der Elektromobilität weiter stärken.

Den Abschlussprojekt finden Sie hier.