Digitale Zukunftskommune Ulm

Umwelt, Energie, Ver- und Entsorgung

Hintergrund

Ulm ist eine der „Zukunftskommunen“ im Land, wenn es um das Thema Digitalisierung geht. Am 3. Mai 2018 hat Innenminister Thomas Strobl, zu dessen Ressort auch Digitales gehört, den Ulmer Ansatz als eines von insgesamt fünf Modellvorhaben ausgezeichnet. Neben Ulm gingen Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg und ein Verbund um die Landkreise Biberach, Böblingen, Karlsruhe, Konstanz und Tuttlingen als Gewinner aus dem Wettbewerb Digitale Zukunftskommune@bw hervor.

Möglichkeiten der Digitalisierung dort zu Tage zu bringen, wo die Menschen Veränderungen zuallererst wahrnehmen – in den Kommunen, das ist das Ziel der Zukunftskommune Ulm. So arbeiten Bürgerinnen und Bürger sowie Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam seit Januar 2019 an quartiersspezifischen, digitalen Services aus den Bereichen Leben im Quartier, Mobilität, Handel, Umwelt, Energie, Ver- und Entsorgung.

Pilotgebiet ist der “alte Eselsberg” und das Neubaugebiet “am Weinberg” auf dem Gebiet der ehemaligen Hindenburgkaserne.

Das Konzept sieht ein Budget von 2,195 Millionen Euro vor, durch die Auszeichnung übernimmt das Land davon rund 880.000 Euro.

Als Projektpartner betreut der unw die Projekte im Handlungsfeld Umwelt, Energie, Ver- und Entsorgung.

Zwischenstand

Kostenloses Obst und Sonnenstrom vom Balkon
– Förderprojekt zukunftskommune@bw mit ersten Beispielen 
– Geführte Stadtteilspaziergänge zu verschiedenen Umsetzungen

– Online-Bürgerbeteiligung mit Rückmeldungen zu den Umsetzungsprojekten bis 6.11.

Neue Ideen für den Eselsberg. Vor zwei Jahren wurde das Landesförderprojekt zukunftskommune@bw gestartet. Gemeinsam mit der Bürgerschaft sammelte das Team der städtischen Digitalen Agenda seit 2019 Vorschläge und lotete aus, wie digitale Lösungen das Leben am Eselsberg einfacher und bequemer machen können. Von den insgesamt 59 Vorschlägen, die bei einer Bürgerwerkstatt in der Lukaskirche sowie bei einer Online-Beteiligung zusammengetragen wurden, werden nach einem Beschluss des Ulmer Gemeinderats zwölf Ideen seit Ende 2019 Schritt für Schritt in die Tat umgesetzt.
Nun sind vor Ort erste Umsetzungsprojekte zu sehen: Intelligente Hochbeete, die zum gemeinschaftlichen Gärtnern einladen, eine Online-Plattform, die zeigt, wo man legal Äpfel von Bäumen pflücken darf sowie moderne Photovoltaik-Anlagen an Balkonen. Bei zwei geführten Stadtteilspaziergängen am Donnerstag, den 1. Oktober um 16.30 Uhr, und am Samstag, den 10. Oktober um 15 Uhr, informiert Kai Weinmüller vom Projektpartner Ulmer Initiativkreis nachhaltige Wirtschaftsentwicklung e.V. über die nun realisierten Bereiche Urban Gardening, Essbare Stadt und die effektive Nutzung von Sonnenenergie mit Balkon-Photovoltaikanlagen.

Autarke Gemüsebeete mit Sensoren
Urban Gardening. So nennt man das, wenn freie Flächen in einer Stadt gemeinschaftlich mit Gemüsebeeten bereichert werden. Am Eselsberg stehen nun vier intelligente Hochbeete, die autark Regenwasser sammeln. Strom aus der gewonnenen Sonnenenergie versorgt Sensoren und eine Wasserpumpe, so dass das angebaute Gemüse automatisch je nach gemessener Bodenfeuchte bewässert wird. Die Sensormessdaten können im Internet von allen verfolgt werden. Die Hochbeete findet man in der Ladenzeile am Stifterweg, am Kelternweg 30, am Traminerweg 64 und im Stadtteilgarten im Lehrer Tal.

Kostenlos und legal Obst ernten
Auf einer bundesweiten Online-Plattform, auf der man mit einer digitalen Übersichtskarte Obstbäume und Sträucher findet, die man legal abernten kann, ist auch der Eselsberg vertreten. Im Rahmen des Förderprojekts hat Ulm Daten des städtischen Grünflächeninformationssystems dort eingespielt. Alle Nutzer können weitere Obstbäume und -sträucher nun auch im Internet unter essbare-stadt.net/ulm eintragen oder sich informieren, wo das Ernten erlaubt ist.  

Strom von der Sonne
Wer in Miete wohnt, hat selten die Gelegenheit, mit Hilfe der Sonnenstrahlung zusätzlichen Strom für den Haushalt zu erzeugen. Nicht so am Eselsberg, wo nun im Rahmen der zukunftskommune@bw erste Photovoltaik-Anlagen an Balkonen im Stifterweg 113, im Traminerweg 64 sowie im Trollingerweg 33 installiert wurden – mit eigens entworfenen individuellen Halterungen. Sukzessive sollen in den kommenden Monaten weitere Modulflächen für interessierte Bürgerinnen und Bürger an Balkonen von Pilot-Wohnblöcken geschaffen werden.  
 
Stadtteilspaziergänge zu ersten Umsetzungen
Wer die ersten Umsetzungen selbst erkunden möchte, findet ab Anfang Oktober auf wetterbeständigen Hinweisschildern weitere Hintergrundinformationen. Entsprechende Faltbroschüren mit Straßenkarte und Routenvorschlägen liegen unter anderem in der Quartierszentrale im Stifterweg 98 und in der Stadtteilbibliothek Eselsberg aus. Zudem informiert ein Bildschirm im Schaufenster der Quartierszentrale über die einzelnen Projekte.

Einladung für Bürgerinnen und Bürger
Bis zum 6.11.2020 können Sie sich noch online hier beteiligen und uns Rückmeldung geben zu den laufenden Projekten.

Die Termine in der Übersicht:
Donnerstag, 1. Oktober 2020, 16.30 Uhr, Stadtteilspaziergang
Startpunkt ist die Quartierszentrale am Stifterweg 98 (Ladenzeile).
Dauer: ca. 1 Stunde

Samstag, 10. Oktober 2020, 15.00 Uhr, Stadtteilspaziergang
Startpunkt ist die Quartierszentrale am Stifterweg 98 (Ladenzeile).
Dauer: ca. 2 Stunde

Bis 6.11.2020: online-Beteiligung hier.

Weitere Informationen erhält man unter www.zukunftstadt-ulm.de/eselsberg

Weitere Informationen finden Sie im Flyer.

Hier geht es zu aktuellen Neuigkeiten auf der Projektwebseite der Zukunftsstadt

Die Projekte im Themenfeld Umwelt, Energie, Ver- und Entsorgung

Gemeinschaftsprojekte sind identitätsstiftend. Wir wollen den Nutzen digitaler Lösungen in Mitmachprojekten erlebbar machen. Im Kontext von Energiewende, Klimawandel und eher anonymen Nachbarschaften wollen wir so Gelegenheiten schaffen, miteinander ins Gespräch zu kommen und gemeinsam zu entdecken und zu lernen.

Derzeit arbeiten wir an der Umsetzung folgender Projekte:

Für wen

  • Interessierte
  • Eigentümer & Mieter
  • Wohnungsbaugesellschaften
  • Fachkräfte

Nutzen

  • Für alle, die lieber gemeinsam als alleine Neues entdecken
  • Wohnbaugenossenschaften können Vorbild für andere sein